Auszeichnung: Alfred-Döblin-Stipendium

Ein Telefonanruf von der Akademie der Künste in meiner Abwesenheit. Zum Glück war mein Anrufbeantworter da. Es gäbe eine gute Nachricht. Für mich ist sie großartig. Ich wurde für ein Hörspielprojekt mit dem Alfred-Döblin-Stipendium ausgezeichnet. Das bedeutet freie, arbeitsame Sommermonate in Günter Grass‘ ehemaligen Wohnhaus – in der „Villa Grassimo“ – in Wewelsfleth. Dieses Foto illustriert ganz gut meine Freude.

Ich fühle mich wie das Foto, das ich inzwischen machte.

© A. Joeckle

Berlin – St. Florent. Landschaften lesen mit Julien Gracq

Der Sendetermin steht fest: Samstag, der 12. Dezember 2026, 18:05, Deutschlandfunk Kultur. Regie führe ich selbst.

Mit Dominique Horwitz als Sprecher für Julien Gracq in Französisch und Deutsch.

Unter den großen Schriftstellern Frankreichs ist Julien Gracq derjenige, der wenig Aufsehen um seine Person machte. Umso beredter, ja schier unergründlich, sind die Landschaften, die er beschreibt.
Weg aus dem urbanen Lärm hin zu Gracqs Geburtsort in Westfrankreich, hinein in ein Boot auf einen Nebenarm der Loire, die Èvre, wie einst Gracq. Der Èvre hat Julien Gracq mit dem Prosatext „Les eaux étroites“ („Die engen Wasser“) ein Denkmal gesetzt. Selbstmörderfelsen, Cembalowiesen, Amazonien der Loire: der Abgleich der Wahrnehmungen Gracqs mit meiner eigenen wird zum Selbstversuch. Kann man sich in eine Landschaft hineinlesen? Kann Literatur Realität verändern? Die Antwort gibt die Rückkehr: Die Èvre fließt weiter, mitten in Berlin.

Die Èvre als Skulptur, zu finden mitten in St.-Florent-le-Vieil:

Die Èvre im August 2026.

Werkstattlesung in der Akademie der Künste

Vom Rückzugsort direkt ins Rampenlicht: Am 1. September 2026 las ich aus meinem neuen Hörspiel „Fieberblau“ (Arbeitstitel)“, an dem ich bis Ende August im Alfred-Döblin-Haus arbeitete. Tim Staffel hat freundlicherweise richtig gut die Rolle des Chat-Bobs gelesen.

Tandemlesung mit meinem Mitstipendiaten Tim Staffel im Buchengarten in der Akademie der Künste in Berlin. Foto: Gerald Zörner.

https://adk.de/programm/veranstaltungskalender/2026/09/lange-nacht-der-doeblin-stipendiatinnen/596512

Neue Prosaveröffentlichung

Im April ist mein Prosastück „Der Ted“ in der „Anthologie Schluss! Aus! Sense!“ im Geest-Verlag erschienen – einem vielstimmigen Band, in dem Autorinnen dem Tod zu Leibe rücken: behutsam, mutig, mit lakonischem Witz und erfrischendem Trotz.

„Tröstlich und erfreulich an dieser Textsammlung. Sie macht – trotz allem – Lust auf Leben. Fühlen sie sich dazu eingeladen. Oft geht es heiter zu, komisch,nicht zuletzt stecken viele der Autorinnen uns mit ihrer Lebensfreude an.“ Wolfgang Malischewski.

„Leck den Löffel ab, bevor du ihn abgibst.“ Ingrid Noll

Lesung – „Thera sickert“

Einladung zur Lesung:

„Thera sickert“ – Ein Stimmungsbild

Am 5. November um 19 Uhr lade ich euch herzlich ins ACUD in Berlin (Veteranenstraße 21) ein. Dort lese ich meine neue Erzählung „Thera sickert“, die im Sommer 2025 entstanden ist.

Thera erlebt, wie sich das Craquelé einer alten Amphore in ihre Haut, ihre Umgebung, ihre Wahrnehmung einschreibt. Risse breiten sich aus, Linien durchziehen innere und äußere Räume. Zwischen Schlaf und Wachen, Erinnern und Auflösen, Körper und Sprache entsteht eine raffinierte Metamorphose – leise, schleichend, schmeichlerisch, beinahe tröstlich.

Der Text lässt sich nicht festhalten: er sickert.

Ich freue mich, wenn es euch/Sie reizt, meine Worte und Bilder auf euch/sich einsickern zu lassen, wenn es euch/Sie in eine feine, brüchige Welt hineinzieht.

Weitere Details zum Leseabend folgen.

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