LESUNG im Bistro Marie im Bundestag

Der Ted

Es beginnt mit einem winzigen Einbiss im Mundboden. Nicht der Rede wert. Dann wächst dort eine Kichererbse. Am falschen Ort, mit falscher Farbe, zur falschen Zeit. Die Erzählerin sucht im Internet nach einer Erklärung und stößt auf Knoten, Zysten, Raumforderungen, Dignitäten: Wölfe im Schafspelz. Sie tastet, googelt, beobachtet. Und gibt dem unheimlichen Gebilde einen Namen: Ted. Ted ist vielleicht harmlos, vielleicht nicht. Er schwillt an, entleert sich, verschwindet und kommt wieder. Er wird zum Kobold, zum Rumpelstilzchen, zum Killer. Die Erzählerin sticht ihn auf, bekämpft ihn mit Sprache und schwarzem Humor. Doch Ted lässt sich nicht so leicht in Schach halten.

„Der Ted“ ist eine groteske Geschichte über die Angst vor dem eigenen Körper und den Versuch, das Ungewisse durch Benennen beherrschbar zu machen. Eine Geschichte, in sich medizinische Fachsprache aneinander reiben und in der sich eine mögliche tödliche Bedrohung im Format einer Kichererbse versteckt.

Ich lese mein Prosastück „Der Ted“.

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