Katzenleben in Ortigia, Syrakus

Wie viele sind’s?

Via Consiglio Regionale. Die Katzen hier genießen einen besonderen Schutzstatus. Sie gehören gewissermaßen zum städtischen Kulturerbe und die einzelnen Katzenkolonien werden gefüttert, geheilt und gestreichelt.

Es ist gesetzlich verboten, Ihnen die Nahrung zu entziehen oder die Katzenfürsorge bei ihrer Arbeit zu behindern.

Parco Lineare, Nähe Restaurant Area M, 21. Januar 10 Uhr 30 morgens

Teasetango

Im November erschien das angesehene Jahrbuch „Mein heimliches Auge“ mit meiner Erzählung „Teasetango“. Der bewundernswürdig überlebende Verlag Konkursbuch bringt es Jahr für Jahr heraus, 2024 zum 39. Mal. Autorinnen und Autoren von Rang und Namenwie Yoko Tawada, Emily Dickinson, Alissa Walser, Bodo Kirchhoff und Thomas Hettche veröffentlichen in diesen schmucken Jahrbüchern.

Ein gegen die Verlegerin angestrengter Prozesse wegen Pornographie endete mit dem Freispruch von Claudia Gehrke.

„Es wird Schlimmes passieren, wenn es ‚Mein heimliches Auge‘ einmal nicht mehr gibt“, schreibt Ursula März über das Jahrbuch in der „Zeit“.

Lesung: „Sandeis“

Mein literarischer Text „Sandeis“ wurde in einem Schreibwettbewerb zum Thema „Neue Zeit“ ausgewählt. Am 25. Oktober 2024 findet die Lesung ab 18 Uhr im Literaturforum im Brecht-Haus in Berlin statt. Ich habe am Strand der Jadeküste an der Loiremündung Spuren hinterlassen und der Sand hat Spuren in meinem Text hinterlassen. Er hat am Ende mitgeschrieben.

Strandleserin

Tharon-Plage im Loireland, an der Jadeküste, 15. August 2024. In der Nähe der „Boîte“, der Bücherkisten, die Strandleser mit Gratis-Büchern versorgen.

© Andra Joeckle

Hörerpost

Hörerpost gibt es gar nicht so oft und lieber wird gemeckert als wertgeschätzt.

Ein mir unbekannter Hörer war richtig begeistert von meinem Borges-Feature und hat mir erlaubt, seine Hörerfreude zu veröffentlichen:

„Sehr geehrte Frau Joeckle, herzlichen Dank für Ihr großartiges Hörspiel über den Irrgarten in Venedig. Wunderbar komponiert und von Anfang an bis Ende spannend zu hören. Auch die Regie war gut. Komplimente für Autorin und Regisseurin. Mirko Tomic“

„Auch meine Frau war begeistert, als wir im Auto während der Reise auf Ihr Feature stießen. Wir haben es dann noch einmal von Anfang daheim gehört.  Solch eine Produktion ist auch deshalb eine Freude für uns, weil es diese Qualität leider immer seltener zu hören gibt.“

Inhalt:

Der fantastische argentinische Autor Jorge Luis Borges kultivierte wie kein Zweiter die Denkfigur des Labyrinths. Inspiriert von Borges’ Erzählung Der Garten der Pfade, die sich verzweigen – in der Buch und Labyrinth eins sind – entwarf Randoll Coate ein Labyrinth in Form eines offenen Buchs. Auf der Insel San Giorgio Maggiore in Venedig steht es tatsächlich, real, begehbar.

Es birgt Spuren des Autormagiers: Sanduhr, Blindenstock, Tiger – Innehaltepunkte, an denen ich um die Ecke biege, hinein in die geistesabenteuerlichen, mitunter gefährlichen Labyrinthe von Borges.

Eine Gästeführerin, ein Audioguide und schließlich eine improvisierte Selbstführung durchs Labirinto Borges polen mich so verflixt aufs Labyrinthische, dass ich mich verirrungslustig durch Venedigs wirre Gässchen treiben lasse – geleitet von meinem Ohr, gelockt von sirenischem Mädchengesang aus einem der Ukraine gewidmeten Ausstellungspaläste der Biennale, zu Piazzolla und zu einer gebürtigen Venezianerin – abseits der Touristenströme.

Wer dieses Hörwerk mit seinem Ohr betritt, wird verlässlich in die Irre geführt: in irrwitzige Schachtelsätze, in Gedankengänge, die in Sackgassen enden, wo man kehrtmachen muss. Und das geht! Etwa per Palindrom – also mittels Sätzen, die auch rückwärts gelesen Sinn ergeben. Nie solo sein! ist so eine Satzfabelhaftigkeit. Zu beherzigen, vor allem in Labyrinthen – sonst geht man verloren.

Lassen Sie sich anstecken von meiner Lust auf Labyrinthe.

Lassen Sie sich labyrinthisieren!

„Kostbarkeiten, Sammeleidenschaft und Krise“- Ursendung: Künstlerisches Feature

Das Foto zeigt eine Geschenkablage in Halle (Saale), schließlich verdanke ich dem MDR die Produktion meines neuen Features – und dieses Foto Ulf Köhler.

Am 15. August 2024, einem Donnerstag, strahlt der Mitteldeutsche Rundfunk um 18 Uhr mein neues künstlerisches Feature „Kostbarkeiten, Sammelleidenschaft und Krise. Über das wilde Phänomen der Zu-verschenken-Kartons“.

Erzählerin: Andra Joeckle

Sprecher: Axel Thielmann

Zitator: Tristan Becker

Regie: Andra Joeckle

Redaktion: Ulf Köhler

Die allgegenwärtigen Zu-verschenken-Kartons auf unseren Straßen – sind sie wirklich nur harmlos, hübsch und häufig? Für immer mehr Menschen sind sie eine Notwendigkeit. Sie sind epidemisch, systemrelevant, alarmrot. Sie erzählen von unserer Gesellschaft, von sozialen Gegensätzen, Abstiegsängsten und Überlebenskampf. Ich gehe auf die Suche nach den Verschenkenden wie den Beschenkten: eine Lyrikerin aus dem Prenzlauer Berg, ein japanisch- deutsches Künstlerpaar, den Flüchtlingen Olek und Jurij, Menschen ohne Dach überm Kopf, in Rente, auf Schatzsuche, Umweltschonende, Leute wie Sie und Du. Das Feature erzählt von einer Bürgersteigkultur, die ich vom ersten Karton an miterlebte und „mitmachte“ – bis ich ein Objekt finde, das meinem Leben eine Wende gibt.

365 Tage im Nachhör-Angebot auf mdr-kultur.de und in der ARD Audiothek. Vom 29.07. bis 16.08.

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